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Hinweise für nachbarschaftliche Unterstützungsangebote in Zeiten von Corona

Neu-Eichenberg, den 01.04.2020

Die Gefahr einer Ansteckung im Umgang mit anderen Menschen ist groß. Die empfohlene Vermeidung sozialer Kontakte stellt gerade die Risikogruppen vor besondere Herausforderungen, wenn sie z.B. ihre Einkäufe nicht mehr selber erledigen können. Da ist das Engagement über die nachbarschaftlichen Unterstützungsangebote ein großer Schatz, der gut behütet sein sollte. 
Damit das gut gelingen kann, haben wir Ihnen einige hilfreiche Tipps zusammengestellt: 

 

1. Schutzmaßnahmen einhalten, damit die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden kann. Hier geben sowohl das Robert-Koch-Institut www.rki.de sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung www.infektionsschutz.de wertvolle Handlungshilfen. 

 

2. Aufeinander zu achten und Rücksichtnahme tragen dazu bei, den Blick auf unser Gegenüber zu sensibilisieren. 

 

3. Hilfen anzubieten gibt uns die Möglichkeit, aktiv Menschen zu unterstützen, die Unterstützung benötigen. Zu einem guten Vertrauensverhältnis trägt bei, wenn diese Hilfen möglichst vor Ort realisiert wird – im eigenen Dorf, in der Kirchengemeinde, im Wohngebiet – wir haben im Werra-Meißner-Kreis ganz viele Helfer*innengruppen, die aktiv sind. Vielen Dank! 

 

4. Rahmenbedingungen klären ist wichtig, um klar zu haben, welche Formen der Unterstützung angeboten werden sollen. Über eine Koordination werden personenbezogene Daten ausgetauscht – dies erfordert einen sensiblen und verantwortungsvollen Umgang. Auch über die Realisierung der Hilfen braucht es gute Absprachen 
- Wie erfolgt die Bezahlung eines getätigten Einkaufs – per Überweisung? In bar über einen Briefumschlag? Gegen Vorlage von Quittungen? Wer trägt ein mögliches Risiko?  
- welche Daten werden an wen weitergegeben? 
- für einen telefonischen Erstkontakt zwischen Freiwilligen und Hilfesuchenden könnte ein durch die Koordination festgelegtes Codewort dazu beitragen, Missbrauch vorzubeugen. Weitere Einsätze zwischen Freiwilligen und Hilfesuchenden können dann individuell vereinbart werden 
- wie viele Hilfesuchende können von einer/m Freiwilligen betreut werden? Es geht auch hier darum, die Anzahl der sozialen Kontakte so klein wie möglich zu halten, damit die Gefahr, dass Freiwillige zu Überträger*innen des Virus werden, möglichst geringgehalten wird. Optimal ist es, hier über ein Tandemsystem (1:1) nachzudenken, welches allerdings nur dann greifen wird, wenn es eine hohe Anzahl Freiwilliger gibt 

 

5. Helfer*innen gut vorbereiten und begleiten, d.h. auch zu schauen, für welche Art der Unterstützung sie tatsächlich geeignet sind: 
- Sind Sie gesund und gehören keiner Risikogruppe an? 
- Kommen Sie aus einem Risikogebiet? 
- Denken Sie an die Hygienehinweise – Hände waschen, Abstand halten, Husten in die Armbeuge, vielleicht sogar das Tragen eines Mundschutzes, Berührungen vermeiden. 

 
Interesse an einem Mundschutz? Im Werra-Meißner-Kreis gibt es Freiwillige, die für Interessierte aus Baumwollstoffen Mundschutz nähen. Bei Interesse an Mundschutz melden Sie sich bei Omnibus – die Freiwilligenagentur, 05651/3332424, omnibus@fbs-werra-meissner.de, wir leiten das Interesse entsprechend weiter. 
- möglichst Einkauf von verpackten Lebensmitteln und Nutzung von Einwegtüten sowie Einweghandschuhen beim Einkauf überlegen 
- vertrauliche Behandlung persönlicher Daten und keine Weitergabe an Dritte (Schweigepflicht). Notizen werden nach Beendigung einer Hilfe vernichtet. 
- auftretende Konflikte gemeinsam mit der Koordination angehen 

 

6. neben den direkten Ansprechpartner*innen vor Ort unterstützen digitale Plattformen das Zusammenbringen von Freiwilligen und Hilfesuchenden. Auf der Seite der Freiwilligenagentur finden Sie ein solche Plattform, über die Anfragen und Unterstützungsangebote gemeldet werden können und dann entsprechend bearbeitet und weitergeleitet werden.  

 

https://www.fbs-werra-meissner.de/omnibus/engagement-in-zeiten-von-corona/ 

 

Diese Plattform wird gemeinsam mit den Jugendorganisationen des Werra-Meißner-Kreises genutzt. 
7. Die UKH Hessen bietet einen gesetzlichen Versicherungsschutz für Helfende während der CoronaSituation – sowohl für organisierte Strukturen als auch die rein privat organisierten Unterstützungsangebote. Näheres dazu: UKH Hessen, Versicherungsschutz für Helfende während der Corona-Situation, Stand 25.03.2020, https://www.fbs-werra-meissner.de/omnibus/engagement-in-zeiten-von-corona/ 

 

8. Der Werra-Meißner-Kreis hat unter der Nummer 05651 335580 ab sofort werktags von Montag bis Freitag von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr ein Bürgertelefon für Allgemeine Fragen rund um das Coronavirus eingerichtet. 


Bei Unsicherheit können sie sich darüber hinaus auch an die folgenden Servicenummern wenden: 
Hotline Land Hessen:                           0800 5554666 
Ärztlicher Bereitschaftsdienst:            116 117 


Aktuelles seitens des Kreises finden Sie unter:

https://www.werra-meissner-kreis.de/